2025 Der Blick auf den Tellerrand

Vom Geschirr für die Einrichtung lernen. Neuste Ambiente -Trends zeigen sich im Tabletop. Ein Potential für das Restaurantdesign

Wir schauen doch alle ständig über den Tellerrand, oder nicht ? Hoteldesigner sollten aber auch mal auf den Tellerrand schauen, wenn es um Inspirationen für die Gestaltung von Restaurant-Interiors geht. An denen fehlt es leider oft, sowohl beim Designer wie auch beim Hotelier selber. Der sieht das Geld lieber die Treppe herunterkommen, als vom Tisch aufstehen. Man wird aber mit noch so perfekter Designkonfektion keine kulinarischen Hotspots kreieren, wenn man ein authentisches Genuss-Erlebnis nicht auch in der Gestaltung rüberbringt.

Sehr viel näher am Geschmacksnerv der Gäste sind da die Tabletop-Designer, wie man bei Durchsicht der aktuellen Angebote von Fachhändlern wie z.B. von Cent oder Lusini sehen kann. Die neuesten Geschirr- und Besteckkollektionen sind sämtlich handgefertigt anmutende Unikate, wie gerade dem Feuerofen eines archaischen Brenn- oder Schmiedevorganges entrissen. Davon langweilige Convenience-Küche zu speisen ist undenkbar, auf diesen Tellern können eigentlich nur slow-cooking farm-to-table Produkte präsentiert werden, gerne auch vegetarisch oder vegan.

Ein solches Tabletop – Setting hat der Gast während der ganzen Mahlzeit dicht vor den Augen. Der Innenarchitekt muss es komplimentieren mit Tischen, Stühlen, Lampen, Textilien und Bodenbelägen, die genauso authentische handwerkliche Unikate zu sein scheinen und keine bedruckten Vinyl-Replikate. Und wenn er glaubt, dass eine bunte Moxy-like gestylte Kasperlbude cool und angesagt ist, hat er sich im Jahrzehnt geirrt.